BMI – Normalgewicht oder schon übergewichtig?

Normalgewicht, Übergewicht oder sogar fettleibig? Diese Frage stellen sich tägliche viele Menschen, wenn sie sich im Spiegel ansehen oder aber die geliebte Jeans etwas zu eng um die Taille wird. Diese Frage lässt sich anhand des Body-Mass-Index – kurz BMI – ermitteln.

Was ist der BMI (Body Mass Index)?

Bei dem BMI handelt es sich um eine Messzahl, die zur Bewertung des Gewichts in Relation zur Körpergröße dient. Berechnet wird der BMI durch die Teilung des tatsächlichen Gewichts mit der Körpergröße zum Quadrat. Der BMI sagt aus, ob das Gewicht noch innerhalb des gesundheitlichen empfohlenen Normbereichs liebt, ob man zu dick oder zu dünn ist.

Woher stammt der BMI und welche Bedeutung hat er?

Bereits 1832 wurde die Berechnung des BMI durch den Mathematiker Alolphe Quetelet entwickelt. Mit der Einführung in das amerikanische Versicherungssystem erreichte der BMI erstmals eine größere Popularität, um mit seiner Hilfe die Risiken bei den Versicherungsbeträgen berücksichtigen zu können, die vom Übergewicht ausgehen. In der heutigen Zeit wird der BMI häufig genutzt, um das Gewicht einzuschätzen und um mögliches Übergewicht zu identifizieren.

Oftmals wird der Body Mass Index mit Diät- und Ernährungsthematiken gebracht, doch er wird darüber hinaus auch im beruflichen Kontext herangezogen. Beispielsweise machen einige Bundesländer im Öffentlichen Dienst die Verbeamtung von dem BMI abhängig.

Das zeigt, dass der BMI in vielen Bereichen eingesetzt wird und als eine weitverbreitete Messzahl für Gewicht und Körpergröße gilt.

Hinweis zum BMI: Es sollte stets beachtet werden, dass es sich beim BMI um einen relativen Index handelt, denn wichtige Einflussgrößen, wie die Statur, das Geschlecht und auch die Muskelmasse können bei einem BMI-Rechner online nicht berücksichtigt werden. Das bedeutet ein Bodybuilder mit einer hohen Muskelmasse kann einen verfälschten BMI-Wert erhalten. Das bedeutet, dass der BMI stets nur als Richtwert betrachtet werden sollte und zudem in Relation zum Körperbau, Sportaktivitäten und dem Geschlecht gesehen werden muss.

Die BMI-Werte

Die BMI-Skala gibt Aufschluss über das Gewicht und dabei wird der Body-Mass-Index in drei primaere Kategorien unterteilt und dazu auch in Geschlechter.

  • BMI-Wert unter 19 deutet auf Untergewicht hin
  • BMI-Wert ab 19 bis 25 weist auf Normalgewicht hin
  • BMI-Wert über 25: Dieses Ergebnis sollte ernst genommen werden, denn hier wird auf Übergewicht hingewiesen.
  • BMI-Wert über 30: Hier wird von Fettleibigkeit gesprochen, ärztlicher Rat sollte genutzt werden

Von der Weltgesundheits Organisation (WHO) werden die BMI-Werte von Erwachsenen grob in unterschiedliche Gewichtsklassen eingeteilt.

  • Die Einteilung des BMI bei Männer und Frauen

Nicht nur das Geschlecht spielt eine Rolle bei der Einteilung, sondern auch andere Faktoren. So haben Männer in der Regel einen höheren Muskel-Anteil als Frauen. Daher gibt es auch zusätzlich noch häufig Tabellen, in denen die BMI-Werte zusätzlich nach Geschlecht aufgeteilt sind.

Übersichtstabelle BMI nach WHO

Kategorie

BMI

Untergewicht Weniger als 18.5
Normalgewicht 18.5 – 24.9
Übergewicht 25 – 29.9
Starkes Übergewicht (Adipositas Grad 1) 30 – 34.9
Adipositas Grad 2 35 – 39.9
Adipositas Grad 3 40 oder mehr

Quelle WHO 2008

Die Übersichtstabelle BMI nach DGE

Kategorie

Männlich

Weiblich

Untergewicht Weniger als 20 Weniger als 19
Normalgewicht 20 – 24.9 19 – 23.9
Übergewicht 25 – 29.9 24 – 29.9
Starkes Übergewicht (Adipositas Grad 1) 30 – 34.9 30 – 34.9
Adipositas Grad 2 35 – 39.9 35 – 39.9
Adipositas Grad 3 40 oder mehr 40 oder mehr

Quelle DGE, Ernährungsbericht 1992

Die Frage nach dem idealen BMI

Die Frage nach dem Idealgewicht, kann nicht aus dem stehgreif beantwortet werden, das ist spätestens seit den 1970-iger Jahren bekannt. Schon damals gab es Studien, dass die BMI-Werte, die mit der geringsten Sterblichkeitsrate in Verbindung stehen, mit zunehmenden Alter steigen. Genau diese Verbindung ist auch aus der Tabelle des amerikanischen National Research Council (NRC) aus dem Jahr 1989 abzulesen. Auch diese Tabelle ist häufig zu finden und stuft mit steigenden Alter einen höheren BMI-Wert als normalgewichtig ein.

Alter

Idealer BMI

19 – 24 19 – 24
25 – 34 20 – 25
35 – 44 21 – 26
45 – 54 22 – 27
55 – 65 23 – 28
Älter als 65 24 – 29

Quelle NRC, Diet and Health (1989)

Der BMI ist nicht das Mass aller Dinge: Vor allem bei Kindern

Es scheint also alles ganz einfach, der BMI-Wert wird auf den entsprechenden Punkt gebracht, sodass man als normalgewichtig eingestuft wird und hält ihn dort. Die BMI-Formel:

Gewicht
BMI =    ———-
Größe²

Doch die Experten streiten sich über die Zuordnung der BMI-Werte in den bestimmten Kategorien. Doch eines machen die BMI-Tabellen in jedem Fall deutlich: Der Body-Mass-Index ist nicht das Mass aller Dinge. Viele Experten sehen ihn sogar als ein vereinfachtes Instrument welches nur Sinn macht im Bezug auf die Forschungs- und Studienzwecke.

So gelten für Kinder und Jugendliche ganz andere Bewertungen und das hat einen ganz einfachen Grund: Die Körperzusammensetzung verändert sich im Laufe des Wachstums. So schießen manche in die Höhe und andere wachsen in die Breite. Zudem ist auch der Muskel- und Fettanteil bei Mädchen und Jungen verschieden und daher ziehen viele Mediziner zur Beurteilung geschlechtsspezifische Wachstumskurven heran. Des Weiteren warnen auch manche Ärzte davor, Kinder in BMI-Kategorien zu unterteilen, denn der Body-Mass-Index kann stark schwanken.

Muss ich eine Diät machen?

Die Frage ob eine Diät gemacht werden soll, kann nicht allein der BMI beantworten, sondern diese muss jeder für sich selbst entscheiden. Der BMI sollte nur als Richtwert genutzt werden. Das bedeutet, das Normalgewicht sollte nicht an strengen Normen festgemacht werden, denn schließlich ist jeder Mensch anders. Es muss beachtet werden, dass der BMI-Wert nur etwas über das gesamte Körpergewicht aussagt und weder den Körperbau noch die Verteilung des Köperfetts beachtet sowie die vorhandene Muskelmasse.

So kann ein gut trainierter Sportler mit viel Muskelmasse den gleichen BMI aufweisen wie ein untrainierter Mensch mit wenig Muskeln und viel Körperfett. So wäre sogar ein Boxer gemessen am BMI fettleibig.

Bekannt ist heute, dass die Menschen, bei denen die Speckröllchen um den Bauch verteilt ist, unter einem höheren Herz-Kreislauf-Risiko leiden als Übergewichtige, wo das Fett auf der Hüfte sitzt. Daher sollte der BMI lediglich als ein grober Richtwert angesehen werden und im Zweifelsfall ein Arzt konsultiert werden.